Die Ereignisse vom Wochenende im City Club in Augsburg machen uns als Verband für Popkultur in Bayern tief betroffen. Nicht nur, weil uns die Schilderungen der Geschädigten vor Ort nahegehen, sondern weil durch solche Einsätze eine ganze Szene nachhaltig beschädigt und kriminalisiert wird.
Die dazugehörigen Schlagzeilen und Bilder festigen in der Öffentlichkeit ein Image, das der Clubkultur oft zu Unrecht anhaftet. Während andere, etablierte Kulturformen verdientermaßen Anerkennung erfahren, sehen wir bei Clubs wie dem City Club, der Roten Sonne in München oder der Rakete in Nürnberg eine Häufung von Maßnahmen, die diese Orte pauschal in ein schlechtes Licht rücken. Das bedauern wir sehr.
Wir betonen ausdrücklich: Clubs sind keine rechtsfreien Räume. Dass Behörden Hinweisen nachgehen und Drogenhandel unterbinden müssen, steht außer Frage. Allerdings muss dabei verhältnismäßig vorgegangen werden. Ein massives Polizeiaufgebot, wie wir es in Augsburg gesehen haben, überzeichnet die Dringlichkeit der Situation, verzerrt das Bild in den Augen der Öffentlichkeit und stellt alle Gäste gleichermaßen unter Generalverdacht.
Drogenkonsum ist eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung und nicht nur ein Problem von Techno-Partys. Durch derart medienwirksame Großkontrollen wird jedoch genau dieser einseitige Eindruck erweckt oder verstärkt. Es drängt sich der Verdacht auf, dass hier ein Exempel statuiert werden sollte.
Ein solches Vorgehen spaltet unsere Gesellschaft weiter, statt aufzuklären, und rückt ganze Gruppen in ein falsches Licht. Wir warnen davor, Orte der Begegnung und des sozialen Austauschs durch überzogene Härte nachhaltig zu schädigen und ihr Fortbestehen zu gefährden. Gerade in unruhigen Zeiten sind diese Freiräume essenziell für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Wenn das Vertrauen in diese Kulturorte zerstört wird, verlieren wir alle. Nicht nur in Augsburg, sondern in ganz Bayern.
Wir erwarten daher eine lückenlose Transparenz bei der Aufarbeitung des Einsatzes und der Ergebnisse. Wir fordern Politik und Behörden auf, die Verhältnismäßigkeit zu wahren und sich hinter die Kulturschaffenden zu stellen, die durch ihr vielfältiges Angebot unser gesellschaftliches Leben bereichern.

